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Bio-Kerosin auf Basis eines Schimmelpilzes

10.05.2015 09:58

Er kann mehr als Trauben verderben lassen - er kann Flugzeuge fliegen lassen! Der Aspergillus carbonarius (ein Schimmelpilz) liefert Kohlenwasserstoffe aus dem man den Grundstock für Flugbenzin herstellen kann - bei richtiger Fütterung.

Der schwarzflaumige Schimmelpilz, der unter anderem an faulem Obst vorkommt, stellt eine Art Biokerosin her. Bisdato war der Aspergillus carbonarius Item 5010, als Ursprung für das gesundheitsschädliche Ochratoxin in Trauben bekannt. Doch scheinbar kann er auch eine Kombination aus kurzen, langen sowie ringförmigen Kohlenwasserstoffmolekülen produzieren, von denen einige in Kerosin vorkommen.

Ausschlaggebend für die Vielfalt der Zusammensetzung scheint die Nahrungsgrundlage zu sein, melden Forscher der Washington State University im Fachblatt Fungal Biology. Gefüttert mit Hafermehl beispielsweise, liefert der Pilz eine Mischung aus über 50 unterschiedlichen Verbindungen. "Er wächst aber auch auf ligninhaltigen Stoffen wie Stroh oder Maisabfällen, die zu den wichtigsten Kohlenstoffquellen der Zukunft zählen", so eine WSU-Forscherin. Auch dann ist die Ausbeute beachtlich, fällt jedoch mit an die 30 Substanzen geringer aus. Die Wissenschaftler fanden zudem den Alkohol Ethanol in den kerosinähnlichen Stoffgemischen, der beispielsweise in die Biospritproduktion für PKW`s fließen könnte, oder verschiedene Industriechemikalien.

Die Wissenschaftler wollen demnächst die Stoffwechselschritte genauer erforschen, die Produktionsbedingungen optimieren und den Pilz möglicherweise genetisch verbessern. In knapp 5 Jahren, vermuten sie, könnte das Verfahren marktfähig sein.


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