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Bio-Konservierungsmittel: Hopfen-Extrakt

01.02.2016 09:46

Wieso einen ganzen Salatkopf kaufen, wenn mundgerechte Stückchen (Plastikschale!!!) gleich wenige Meter weiter im Kühlregal stehen? Spart es nicht auch kostbare Zeit, Äpfel kleingeschnitten zu kaufen? Einmal abgesehen vom ökologischen Unsinn – stehen die frischen Waren nach der Öffnung eine Zeitlang an der Luft - der Salat fällt in sich zusammen und das Obst verliert sein appetitliches Äußeres.

Schlimmstenfalls schlagen sogar gesundheitsgefährdende Keime zu (wobei es auch im geschlossenen Zustand keine 100 % Garantie auf Keimfreiheit gibt). Bereits 2013 stellte Stiftung Warentest fest, dass jede 2. Tüte Fertigsalat solche Keime enthält. Die Zeitung Ökotest wiederholte den Test im letzten Jahr – da waren ebenfalls zwei Drittel befallen.

Problematisch - dieses sogenannte Convenience Food liegt voll im Trend je einfacher, desto besser. Konservierungsmittel, welche den Verfall und somit auch den Befall verhindern können, sind im Bio-Zeitalter jedoch tabu. Bio-Konservierungsstoffe sollen nun die Lösung sein.

Jetzt haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Verfahrenstechnik und Verpackung (Dresden) ein solches Konservierungsmittel entdeckt, welches bisdato nur dem Bier seinen typischen Geschmack gab - Hopfenextrakt. Wird es als wässrige Lösung auf die frische Ware gesprüht, garantiert es absolute Keimfreiheit.

"Wir haben uns nach einer Alternative umgesehen, um frische Produkte auf natürliche Weise länger haltbar und sicherer zu machen”, so C. Hauser (Projektverantwortliche). Hopfenextrakt erwies sich als nahezu ideal. Er sei "ausgeprägt antibakteriell wirksam", so die Erkenntnis. Übrigens werde der Geschmack kaum beeinflusst, denn verdünnter Hopfenextrakt sei bei weitem nicht so bitter wie im Bier. Bei Grillfleisch oder bei "Geschnetzeltem nach Gyros-Art" könne das Aroma sogar erwünscht sein. In diesem Fall wurde die Marinade mit dem Hopfenextrakt vermischt.

"Hopfen ist seit Jahrhunderten zur Bierherstellung anerkannt", betont M. Biendl von der Hallertauer Hopfenveredelungsgesellschaft. "Wir können davon ausgehen, dass Hopfen auch als natürliches Konservierungsmittel vom Verbraucher akzeptiert wird." Jedoch wäre hier noch eine Hürde zu nehmen. "Bei einem entsprechenden kommerziellen Einsatz müsste man den Hopfen gemäß der Lebensmittelinformationsverordnung natürlich kennzeichnen", erklärt Hauser. Ein weitere Vorteile der natürlichen Konservierung wäre - die Versorgung der Supermärkte würde einfacher, da sich die Ware länger halten würde. Zudem müssten weniger Lebensmitte entsorgt werden.


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