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Bio-Milch gegen konventionelle Mich

16.11.2015 15:12

Verbraucher, die Bio-Milch im Supermarkt kaufen, zahlen deutlich mehr für den Liter als für konventionelle Milch. Die meisten denken, dass diese Kühe tiergerechter gehalten werden und das die Bio-Milch gesünder ist als normale Milch. Aber ist das wirklich so? Tatsache ist, dass sich die Inhaltsstoffe kaum unterscheiden - ganz gleich ob die Milch nun vom Bio-Bauernhof kommt oder aus der Massentierhaltung.

Hauptsächlich fressen Bio-Milchkühe Gras und Heu, ab und zu auch etwas Bio-Kraftfutter. Konventionelle Kühe erhalten zudem noch Maissilage (gehäkseltes Futter aus der ganzen Maispflanze). Außerdem gibt es Kraftfutter aus Soja oder Raps - Pflanzen, die in der konventionellen Landwirtschaft oftmals mit Pestiziden behandelt werden. In einigen Milch-Proben lassen sich tatsächlich Rückstände von Pestiziden nachweisen. Jedoch liegen diese immer unter dem gesetzlichen Grenzwert und sind somit unbedenklich.

Überraschend ist - auch in der Bio-Milch lassen sich Pestizid-Rückstände finden. Daran ist die konventionelle Landwirtschaft früherer Generationen schuld. Damals wurden Pflanzenschutzmittel auf den Feldern verspritzt, die bis heute in den Böden eingelagert sind. Wächst Gras auf diesem Acker und die Bio-Milchkühe fressen es, nehmen sie zwangsläufig die Alt-Pestizide auf. Folglich gibt es keinen Unterschied zwischen Bio- und herkömmlicher Milch.

In der Viehhaltung ist Antibiotika ein weitverbreitetes Medikament - sowohl in der Bio-Milch- als auch in der herkömmlichen Milchproduktion. Einziger Unterschied ist - der Bio-Bauer muss doppelt so lange warten, bis er die Milch dieser Kuh verkaufen darf, als der konventionelle Bauer.

Die konventionelle Milchkuh darf schon nach einigen Tagen wieder gemolken werden. Antibiotika-Reste kann man aber schon dann nicht mehr nachweisen. Die Bauern testen ihre Milch selbst auf Rückstände, bevor diese an die Molkereien verkauft werden. Denn sollten sich Spuren von Antibiotika in der Milch finden lassen, kaufen die Molkereien die Milch nicht mehr ab. Die Kontrollen geschehen nicht nur zur Gewährleistung der Lebensmittelsicherheit. Antibiotika vernichtet auch die Bakterien, die für die Produktion von Milch sowie Joghurt notwendig sind. Milch, welche Antibiotika-Reste enthält, kann somit nur bedingt weiterverarbeitet werden.

Bio- und konventionelle Milch liegen auch bei der Menge an Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen auf gleicher Höhe. Einen Pluspunkt hat die Bio-Milch dann aber doch - einer Studie der Uni Kassel zufolge, stecken in der Bio-Milch wesentlich mehr gesunde Omega-3-Fettsäuren als in normaler Milch. Der Grund dafür ist, dass Omega-3-Fettsäuren vor allem in Gras enthalten sind. Und davon bekommen Bio-Milchkühe meist mehr zu fressen. Stehen die normalen Kühe aber genau so oft auf der Weide, gleicht sich auch dieser Vorteil wieder aus. Daher hat die Sommermilch oftmals einen ähnlichen Omega-3-Fettsäure-Gehalt wie Bio-Milch.

Schlussendlich kann konventionelle Milch locker mit der Qualität von Bio-Milch mithalten. Normale Milch enthält weder mehr Verunreinigungen oder Rückstände noch beinhaltet sie weniger Vitamine und Spurenelemente als Bio-Milch. Den Entschluss, Bio-Milch zu kaufen, hat also keinen gesundheitlich relevanten Vorteil. Dennoch - wer zu Bio-Milch greift, unterstützt eine artgerechte Haltung, was einen Mehrpreis dann wert ist.

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