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Bio Mode auf der Berliner Fashion Week

14.07.2015 20:23

Die meisten Menschen verbinden mit Bio und Fairtrade, wohl fair gehandelten Kakao, Kaffee und nachhaltig hergestellte Lebensmittel. Aber auch Bio-Mode wird stetig beliebter. Die es gerade in Berlin zu sehen gab. Beschilderungen wie "Vegan", "Fairtrade" oder "Bio" hängen oftmals über Obst, Gemüse, Milch oder Fleisch im Bio-Regal. Kleidung jedoch kauft man wie gewohnt neu und ohne Wissen über den langen Weg, den das Shirt bis zum Laden hinter sich hat.

Das will die Ethical Fashion Show, welche vom 8.-10. Juli im Berliner Postbahnhof gastierte, ändern. Die Show war Bestandteil der Berlin Fashion Week 2015 und sollte Modeinteressierten aufzeigen, dass es auch mit Nachhaltigkeit, Transparenz und Chic geht. Keine Spur von den Öko-Outfits der 80ern mit ockerfarbenen Sackkleidern und Jesuslatschen. Die Designer sind jung und ideenreich, mit farbenfroher und kreativer Mode im Casual und Streetwear Stil.

So stößt man z.B. auf der Internet Seite der Ethical Fashion Show auf das italienische Label 959. Jedes einzelne Stück, ob Tasche, Blumentopf oder Tischset, wurde aus recycelten Anschnallgurten aus Autos produziert. Oder J. W. Shoes (Büren) fertigt Wildlederschuhe, ganz ohne Wildleder - vielmehr aus Hanf, Leinen sowie Baumwolle in leuchtenden Farben. Mud Jeans (Holland) wünscht sich eine Welt ohne Müll. So bittet die Firma ihre Kunden, Jeans, die nicht mehr getragen werden, an die Zentrale zu schicken, damit man diese wiederverwerteten kann.

Um eine Kollektion auf der Ethical Fashion Show vorführen zu dürfen, müssen jedoch alle Auflagen der Organisatoren erfüllt werden. Die Desginer müssen entlang der kompletten Lieferkette erneuerbare Ressourcen nutzen. Desweiteren müssen Abfälle und toxische Substanzen während der Herstellung so weit wie möglich vermieden werden und die Forschung nach nachhaltigeren Produkten unterstützt werden.

Ein ebenso wichtiges Anliegen ist die Produktion. Die Kleidung muss unter menschenwürdigen Bedingungen hergestellt werden. Näher/innen in den Produktionsländern müssen existenzsichernde Gehälter bekommen außerdem sollen sie unter sicheren Bedingungen arbeiten. Desweiteren werden lokale Märkte und traditionelle Fertigkeiten befürwortet.

Bei dem Thema Nachhaltigkeit kommen aber zwangsläufig auch Widersprüche auf. So bleiben lange Transportwege bei einigen Produkten bestehen, ganz gleich wie ökologisch sie produziert wurden. Schließlich könne man die Produktionsstätten auch nicht Hals über Kopf wechseln. Denn es bestehe auch eine Verantwortung den Arbeitern gegenüber. Ein ähnlicher Widerspruch kommt auch bei der Produktion von 100% organischer Baumwolle auf - zwar sei diese gut, verbrauche aber sehr viel Wasser. An Alternativen wird gerade gearbeitet.

Den höheren Preis der Kleidung, den die aufwendigere Herstellung sowie die ökologischen Materialien mit sich bringen, sollte man dabei weniger kritisch sehen. Denn Konsum kann und sollte bedeuten, sich einen besonderen Luxus zu gönnen.

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