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Bio Mode - kompostierbare Kleidung

20.02.2015 15:39

Muss das sein - Kleidung reist erst 3 Mal um die Erde, bevor sie getragen wird? Ist der Aufwand sinnvoll, wenn die alten Klamotten im Müll landen und nicht in der Altkleidersammlung?

Diese Fragen haben sich die Brüder Markus und Daniel Freitag gestellt. Bekannt wurden die Zwei durch ihre Kult-Taschen aus alten Lastwagen-Planen und Sicherheitsgurten. Als sie Arbeitskleidung für ihre Fabrikmitarbeiter suchten, wurden sie nicht fündig. Denn die Geschwister wollten keine Kleidung aus herkömmlichen Materialien, sondern "einen konsequent nachhaltig produzierten und kompostierbaren Stoff, made in Europe".

Kurzerhand beschlossen sie, die Bekleidung selbst zu produzieren, welche ihren Ansprüchen entsprachen. Entstanden ist eine Kollektion ”F-ABRIC”, die aus 5 Teilen besteht - Arbeitshose, T-Shirt, Longsleeve-Oberteil, Arbeitskleid und Tasche. So einfach wie es sich anhört war es keineswegs. Schon die Material-Auswahl war sich schwierig. So kam Baumwolle beispielsweise nicht in Frage. Denn diese benötigt viel Wasser, große Anbauflächen und wächst überwiegend in den Tropen und Subtropen. Lange Transportwege wollte man unbedingt vermeiden. Also fiel die Entscheidung auf Hanf, Leinen und Modal (einer synthetisch hergestellten Faser natürlichen Ursprungs mit ähnlichen Eigenschaften wie Baumwolle).

Die größte Schwierigkeit bestand aber darin, Kleidung zu entwickeln, welche robust und gleichzeitig vollständig biologisch abbaubar ist. Die Büder testeten und entwickelten 5 Jahre lang, bis sie zufrieden waren. Heraus kam ein überzeugendes Ergebnis - Kleidung, die nach einem langen Leben in der Biotonne landet, da sie 100 Prozent kompostierbar ist. Knapp 3 Monaten braucht es, bis sich das Material komplett aufgelöst hat. Einzig der Hosenknopf ist nicht biologisch abbaubar, dieser kann jedoch abgeschraubt und wieder verwendet werden.

Das Unternehmen versichert, das alle Rohstoffe aus europäischer Herstellung kommen, die Böden nicht schädigen und kein unnötiger Wasserverbrauch besteht. Zudem findet die Produktion in einer max. Entfernung von 2500 km zum Züricher Hauptsitz statt. Damit ist die Reise von der Faser bis zum Produkt vergleichsweise zu herkömmlichen Textilien ein Kurztrip - besonders, wenn sie in Europa verkauft wird. Anders bei gängiger Kleidung - bis diese verkaufsfertig im Regal liegt, hat sie oft über 50.000 km hinter sich.

Andere Marken experimentieren ebenfalls mit recycelbarer Kleidung. So hat Trigema eine Kollektion aus vollständig kompostierbarer Bio-Baumwolle im Sortiment. Oder auch Puma hat mit “InCycle” Turnschuhe und Shirts (Bio-Baumwolle) produziert, die sich komplett biologisch abbauen.


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