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Bio Wurst darf keine Ersatzstoffe enthalten!

11.12.2015 13:24

Wurst-Case-Szenario für die Biobranche! Nitrithaltige Gemüseextrakte gelten nicht als Lebensmittel, sondern als Zusatzstoffe. Diese dürfen nicht bei der Herstellung von Bio-Fleisch verarbeitet werden. So das Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes.

Vorgeschichte - ein Niedersächsischer Bio-Metzger verlor seinen Streit um die Bio-Wurst in letzter Instanz. Nitrathaltige Gemüseextrakte(z.b. Rote Beetesaft), wie er sie zur Produktion seiner Wurst-/Fleischwaren benutzt hat, seien nicht zulässig, so das Bundesverwaltungsgericht (Leipzig). Hierbei handle es sich um Lebensmittelzusatzstoffe, die nach EU-Recht zulassungspflichtig seien.

Gemäß den Richtlinien des Ökoverbandes Bioland will der Metzger auf Nitritpökelsalz verzichten. Zur Fleischwurst sowie Kochschinken Herstellung hat er stattdessen Rote-Bete-Dicksaft und Bakterien zugesetzt. Doch das Resultat ist das gleiche wie mit Pökelsalz. Nitrit sorgt für ein Pökelaroma zudem wird die Wurst rosarot - ohne wäre sie eher unansehnlich grau. Der Landkreis Hildesheim sowie das niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz haben diese Methode beanstandet. Zur Begründung - der Rote-Bete-Saft sowie das verwendete Zucchini-Pulver seien keine zugelassenen Lebensmittelzusatzstoffe. Im Prozess hieß es: "Nitrit ist Nitrit."

Die Argumentation des Metzgers,dass die Gemüsezutaten ganz normale, nicht genehmigungspflichtige Lebensmittel seien, stimmten die Bundesrichter nicht zu. Bereits das Lüneburger Oberverwaltungsgericht hatte festgestellt, dass diese Zusätze "üblicherweise" nicht als Lebensmittel verzehrt werden. Allein der hohe Nitratgehalt spreche dagegen. Auch dass man sie verdünnt als Gemüsesaft trinken könne, macht sie nicht zwangsläufig zu einem Lebensmittel.

Den 120 zertifizierten Bioland-Fleischern wird der Verzicht auf Nitritpökelsalz beim Fleischverarbeiten vorgeschrieben, schon aufgrund der krebserregenden Wirkung der Nitrosaminen. Bioland-Sprecher G. Wehde erläuterte, das die Gemüsezusätze weiterentwickelt worden sein - und nun ganz klar als Lebensmittel einzustufen seien.

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