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Bio gegen Ölteppich

30.07.2015 18:08

Bio-Lösung in Sicht - denn nach wie vor sind die Maßnahmen gegen Ölverschmutzung nicht ausreichend. Doch nun könnte eine oberflächenaktive Substanz die Lösung des Übels sein.

Die amerikanische Westküste traf es im Mai - bei Santa Barbara flossen, aus einer gebrochenen Pipeline, 80.000 l Öl ins Meer und verursachten schlimme Naturschäden. So kommt es immer wieder zu verherenden Ölverschmutzungen von Meeren und Küsten, in erster Linie durch Tankerhavarien oder Bohrinselunfällen. Zur Eindämmung einer Ölpest, werden unterschiedliche Maßnahmen ergriffen. So wirken Schwimmsperren beispielsweise einer Ausbreitung des Ölteppichs entgegen, Spezialschiffe saugen Öl auf, und ab und zu werden auch Dispergiermittel eingesetzt, welche den Ölteppich in winzige Tröpfchen teilen, die rascher verwittern und abgebaut werden.

Ein ebenso übliches Verfahren ist, das Öl zu verbrennen. Allerdings muß hierfür der Ölteppich eine gewisse Schichtdicke haben. Dies lässt sich mittels bestimmter oberflächenaktiven Substanzen (Öl-Herdern)erreichen, die die ausbreitende Ölschicht zusammen zieht. Nun haben US-Wissenschaftler neuartige Öl-Herder auf der Basis von pflanzlichen Substanzen entwickelt. Diese Stoffe wirken ähnlich gut wie die Substanzen auf Silikonbasis, werden aber schneller abgebaut und belasten so die Umwelt weniger.

Der Grundstock für die neuen Substanzen ist ein Alkohol namens Phytol, welcher in etlichen Naturstoffen, wie dem Blattgrün, vorkommt. Die wasserabweisende Verbindung kombinierten die Forscher mit einer wasseranziehenden Molekülgruppe. Testreihen bewießen, dass die so synthetisierten Substanzen erstklassige Herder sind. Die Wissenschaftler testeten die Wirkung der neuen Substanzen an Ölfilmen, die in mit Süß/Salzwasser befüllten Behältnissen schwammen. Die Wassertemperatur änderte man zwischen 5 und 35 Grad ab.

Bereits bei der Substanz-Zugabe konnte man erkennen, wie der Ölteppich zusammengezogen wurde. Zeitgleich nahm die Dicke des Ölfilms zu. In 5 Grad kaltem Wasser wuchs die Schichtdicke nach 10 Minuten um das Fünffache an, bei 35 Grad sogar um das 55-fache. Auslöser hierfür ist die Oberflächenspannung die an der Grenzfläche zwischen Wasser und Luft herabgesetzt wird. Somit wird der Ölfilm zusammengedrängt.

Die Wirkung der Moleküle in 5 Grad kaltem Wasser war ähnlich wie der von kommerziellen Silikonen, welche man sonst für die Bekämpfung von Ölteppichen nutzt. Die Silikon-Derivate jdoch sind stabile Moleküle, die in der Natur nicht abgebaut werden und deshalb nach dem Einsatz im Ökosystem bleiben. Hingegen werden die vom Phytol abgekupferten Öl-Herder im Wasser gespalten und abgebaut. Der Abbau dauert knapp einen Monat, so die Labortests.

Die Wissenschaftler werden vom Forschungsprogramm GoMRI (Gulf of Mexico Research Initiative) gefördert, das der BP-Konzern 10 Jahre lang mit 500 Mio. Dollar unterstützt. Das Programm entstand, nachdem 2010 die Bohrinsel Deepwater Horizon vor Louisianas Küste explodierte und sank. Drei Monate lang strömten aus dem Bohrloch circa 780 Mio. Liter Öl ins Meer und verdreckten rießige Landstriche. Zur Ölpest-Bekämpfung fanden 411 Verbrennungen statt, bei denen bis zu 40.000 Kubikmeter Rohöl vernichtet wurden.

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