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Bio gegen konventionelle Landwirtschaft

19.04.2015 09:48

Auf dem Speiseplan findet man zahlreiche neue Moden - sind das sinnvolle Richtungsänderungen oder nur Ernährungs-Mythen?

Von der Fertigpizza bishin zum Lavendel-Samen in Bio-Qualität - der Bio-Markt wächst stetig, wohl auch, weil er längst in dem Trend-Thema "Do-it-yourself" zu finden ist.

"Wir hatten im Vorjahr ein Umsatzplus von 4,4 % auf 355 Millionen Euro", so die Geschäftsführerin der Rewe-Bio-Marke "Ja!Natürlich". Speziell junge Erwachsene nehmen ihre Verantwortung wahr und differenzieren sich stark übers Essen wie z.B. vegetarische, vegane, glutenfreie oder biologische Ernährungstrends. Ein Reizthema, für die stv. Chefredakteurin des KURIER, wie sie bei einer Diskussion zum Thema "Gesundheits- und Ernährungswahn, was ist noch zumutbar?" in Wien eläuterte. "30% der Bevölkerung glauben, dass sie Unverträglichkeiten haben, davon lebt die Industrie gut. Es wäre an der Zeit, wieder den Verstand einzuschalten", so die Redakteurin. Dass Bio-Nahrung für den Verbraucher gesünder sei, hält sie für einen "Mythos". Da hat der Bio-Pionier W. Lampert, der die Rewe-Marke "Ja!Natürlich" als auch die Hofer-Bio-Marke "Zurück zum Ursprung" in Umlauf gebrachte, Einwände. "Eine Sackgasse", sei die industrielle Landwirtschaft, nach Lamperts Ansicht. Berücksichtigt man die Umweltzerstörung (überdüngte Böden) und verschmutztes Wasser mit ein, sei sie einfach "ineffizient". Er bezieht sich auf Studien, nach denen die Landwirtschaft der größte CO2-Emittent sei.

Die KURIER-Redakteurin wandt dagegen ein, dass sich die Weltbevölkerung in den letzten Jahrzehnten verdoppelte, der Hunger auf der Welt sich zeitgleich aber halbiert habe - das sei "ein Siegeszug der industrialisierten Landwirtschaft". Ob ein Händler Bio-Milch von kleinen regionalen Höfen oder von Turbokühen aus Industrieställen in ihre Regale räumen, entscheidet letztlich auch der Verbraucher mit seiner Kaufentscheidung mit. Da gibt es ein Problem, "Wir wünschen uns Goldstandard, sind aber nur maximal bereit, Blech zu zahlen", so formulierte es der AMA-Marketing-Chef. Beispielsweise sei, seit den 80ern, der Preis für Fleisch nicht mehr gestiegen.


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