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Bioeier "Sandy" - für Fleisch und Ei

01.09.2015 13:49

Österreich auf neuen Wegen - damit das Töten von Eintagsküken in der Biosparte ein Ende hat. "Sandy" - Hühnerrasse - soll dafür sorgen, dass sich das auch lohnt.

Hühner werden bisher, je nach Rasse, in 2 Gruppen eingeteilt - in Masthühner und Legehühner. Hühner, die viele Eier legen sollen, sind aber für die Fleischproduktion ungeeignet. So sind Männliche Küken bei den Legehühnern ein Problem, da diese funktionslos sind, werden sie direkt nach dem Schlüpfen vergast oder geschreddert. In der Bio-Produktion gehört das ebenfalls zum Alltag.

In Österreich dürfte damit demnächst Schluss sein. Machbar wird das einerseits mittels einer geplanten Branchenvereinbarung zwischen den Bio-Produzenten und dem Handel, zum anderen durch "Sandy". Das ist eine Hühnerrasse, die schon über 30 Jahre in Asien gezüchtet wird. Im Grund sind diese Hühner ein Schritt zurück in der Züchtung. Hier geht es nicht um eine Spezialisierung auf Eier oder Fleisch - "Sandy" kann beides.

Der Gebrauch dieser Rasse ist ein Kompromiss, der sich laut der österreichischen Bio-Bauern und des Handels rechnen soll. Die männlichen Hühner werden 9-10 Wochen lang aufgezogen und dann geschlachtet. Konventionelle Masthähnchen sind schon nach 5-7 Wochen schlachtreif – und dadurch viel wirtschaftlicher. Die Eier sind auch besonders, da sie eine beige Färbung haben, sind sie als Bio-Eier direkt zu erkennen. Jedoch ist auch hier der Ertrag niedriger als bei den bisherigen Rassen. Das hat zur Folge - sowohl Bioeier als auch Biofleisch werden teurer.

Deutschland beobachtet den Vorstoß im Nachbarland genau, zum jetzigen Zeitpunkt ist das allerdings noch Neuland. Zwar macht sich eine große Handeskette Gedanken wie man das Töten der männlichen Küken verhindern kann, eine Lösung gibt es aber noch nicht. Eine ähnliche Züchtungen von so genannten dualen Hühnerrassen gibt es. Doch konnten diese im Handel aus Kostengründen bisher keinen Fuss fassen. Für Professor Andersson (Hochschule Osnabrück) gehen die Österreicher den richtigen Weg. "Ich habe ein eindeutiges Kennzeichen, die Schalenfarbe ist anders", so der Experte. Das könne man dem Kunden gut näher bringen. "Ob das dann honoriert wird, das wird der Markt entscheiden", erklärt Andersson. Nach 3 Jahren wisse man mehr.

Derzeit arbeiten Forscher in Deutschland daran, das Geschlecht der Küken im Ei bestimmen zu können, um somit das Töten von männlichen Jungtieren zu verhindern. Bis 2016 wollen die Universitäten Dresden und Leipzig einen Prototyp für ein Gerät entwickeln, der das Geschlecht im nur 3 Tage bebrüteten Ei erkennen kann. Einige Biobauern gehen einen anderen Weg. 2012 haben sie die "Initiative Bruderhahn" ins Leben gerufen. Hier zahlen die Kunden je Ei 4 Cent mehr. Durch dieses Geld wird die Aufzucht sowie Vermarktung der männlichen Küken finanziert, ganz nach dem Motto "Lass meinen Bruder leben". Diese werden dann nach Bio-Richtlinien aufgezogen und verwertet.


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