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Biosprit und das Klima

30.04.2015 18:00

Es hört sich so simpel an - Biodiesel sowie Bioethanol entstehen aus nachwachsenden Rohstoffen und beim Wachsen binden die Pflanzen CO2. Es treten beim Verbrennen keine weiteren Emissionen auf und es wird nur so viel CO2 frei wie die Pflanzen zuvor gebunden haben - aber geht die Rechnung wirklich so einfach auf?

Biosprit erscheint auf den ersten Blick wirklich umweltfreundlicher, zumindest mehr als Mineralöl-Treibstoffe. So verbrennt Biodiesel z.B. sauberer als herkömmlicher Diesel - Schwefel und Benzol kommt kaum vor. Jedoch sind die Werte für Ruß und Feinstaub bei beiden Kraftstoffen ähnlich.

Bleibt die Frage - wie effizient sind die Biokraftstoffe für den Klimaschutz? Leider fällt das Ergebnis nicht so positiv aus, wie man sich das vorstellt. Der CO2-Ausstoß des Biomaterials entspricht wirklich nur dem, was die Pflanze zuvor gebunden hat. Jedoch fallen bei der Produktion von Biodiesel und Bioalkohol zusätzliche Emissionen an. Denn die Pflanzen werden nicht zwangsläufig nach den gleichen Richtlinien wie bei Bio-Gemüse angebaut. So wird genauso viel Dünger oder Pestizide wie in anderen Bereichen konventioneller Landwirtschaft benutzt.

Der Dünger beim Energiepflanzen-Anbau hat Folgen für die Klimabilanz. Enorme Mengen an Methan und Lachgas treten aus den Düngemitteln aus. Beide sind viel stärkere Treibhausgase als CO2, außerdem schädigt Lachgas die Ozonschicht. Hinzu kommt weiteres CO2 durch Schadstoffe, die die Landmaschinen ausstoßen, denn sie fahren nicht unbedingt mit Biodiesel. So sorgt die Herstellung des erhofften klimafreundlichen Treibstoffs für eine große Menge an Klimakillern.

Zahlreiche Umweltorganisationen kritisieren deshalb auch Begriffe wie "Biosprit". Schließlich klebt auf dem biologischen Kraftstoff kein Bio-Siegel. Lieber verwenden sie den Begriff "Agrosprit" (Treibstoff aus der Agrarwirtschaft). Was wiederum leicht zu Verwechslungen zwischen Agrodiesel und dem sogenannten "Agrardiesel" führt. Agrardiesel ist der benötigt Treibstoff von Landwirten, für den weniger Steuern gelten.

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