• 06725 30 70 820 von 09.00Uhr - 15.00Uhr

Die Tüte - ganz ohne Plastik

25.08.2015 19:13

Nach wie vor ist die Plastiktüte eine der größten Öko-Sünden unserer Zeit. Nun will die Papiertüte "Paper John" ihr den Kampf ansagen – auch im Supermarkt. Zunächst wirkt der Grundgedanke bescheiden - scheinbar ist PaperJohn einfach nur eine kompostierbare Papiertüte aus Recyclingpapier. Zwar sind Papiertüten für den Gewässerschutz eindeutig besser, doch sie haben nicht unbedingt eine bessere Gesamt-Ökobilanz als Plastiktüten - da sie oftmal nur einmal benutzt werden, was aber auch an der Gestaltung liegt.

PaperJohn ist äußerst robust gebaut und als Rucksack entwickelt, den man auf dem Rücken als auch über der Schulter tragen kann. Als Papier soll ein spezielles Kraftpapier genutzt werden. Zum Teil besteht es aus recyceltem Papier, wie auch aus FSC-zertifiziertem Neupapier – dies ist notwendig, da durch mehrfaches Recycling sich die Fasern verkürzen.

"Zum Produktionsstart wollen wir mit einem Zulieferer zusammenarbeiten, der den Neupapieranteil möglichst gering hält“, so D. Rasch (Managing Partner bei PaperJohn). „Unser Ziel ist eine Produktion in Deutschland, vielleicht auch in Warschau.“ Der aktuell verwendete Klebstoff ist wasserbasiert und vegan, dadurch soll PaperJohn auch heftigen Regen ohne Probleme überstehen.

PaperJohn richtet sich in erster Line nicht an den Endkunden, vielmehr will man dem Einzelhandel die Tüte schmackhaft machen. "Die Idee ist, dass der PaperJohn eingreift, wenn eine mitgebrachte Tasche vergessen wurde oder man spontan einkaufen geht", so Rasch von PaperJohn. Die bisherigen Händlerkontakte waren durchweg positiv, es besteht ein echtes Interesse. Was auch gut ist, denn jeder EU-Bürger wirft ca. 20 "Einwegkunststofftüten" jährlich weg, die meisten stammen aus ungeplanten Einkäufen.

Jetzt fehlt PaperJohn nur noch eine -sehr kostspielige- Produktionsmaschine, die den Großteil der Tüte produziert. "Eine Alternative zu einer Maschine gibt es nicht – Produktion in China per Hand kommt für uns nicht in Frage“, erklärt Rasch. Mittels der Maschine möchte man kleine Preise, faire Herstellungsbedingungen sowie einen akzeptablen ökologischen Fußabdruck beim Transport in Deutschland oder aus dem nahen Ausland sicherstellen.

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.