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Die wahrscheinlich umweltfreundlichste Tüte

03.11.2015 18:25

Das ist Tütle - eine auf den ersten Blick, einfache braune Papiertüte. Doch die unscheinbare schwäbische Tüte hat Potenzial um den Plastiktüten ein Ende zu bereiten. Denn sie ist drei in einem - eine umweltfreundliche Transportmöglichkeit, Biomülltüte sowie ein zukunftsweisendes Nachhaltigkeits-Projekt.

Das Tütle ist eine stabile Papiertragetasche aus 100 % ungebleichtem Altpapier, die mehrmals als Einkaufsbeutel benutzt werden kann und dann prima als Biomüllbeutel herhält. Denn das Papier ist von einer hauchdünnen Harz-Schicht umgeben und verfügt deshalb über eine besondere Eigenschaft - bei Feuchtigkeit zerreist es nicht und ist trotzdem komplett kompostierbar. Somit ist das Tütle deutlich nachhaltiger als Plastiktüten und auch noch besser als Bioplastik-Tüten, die für die Kompostierung wesentlich länger brauchen. So ist sie vielleicht die aktuell nachhaltigste Einweg-Tüte.

Der Entwickler des Tütles, D. Birkhofer erläutert:" Ich habe in Geschäften beobachtet, wie Kunden Biomüll-Tüten kaufen und sie dann an der Kasse in Plastiktüten einpacken. Das fand ich absurd. So entstand der Gedanke, eine Tüte zu entwickeln, die zum Transport und als Biomülltüte benutzt werden kann und so eine Tüte einspart". Sofort stand fest - eine Plastiktüte kommt nicht in Frage – wenn schon Einweg, dann so nachhaltig wie möglich. Mittels Tütle versuchen die Initiatoren mehr als ein Problem zu lösen. Auf der einen Seite soll es helfen den Plastikmüll zu verringern und zeitgleich dazu beitragen das mehr Biomüll gesammelt wird. Denn nach wie vor landet viel zu viel Biomüll in den Müllverbrennungsanlagen und geht so für die Biogasanlagen verloren. Im Klartext bedeutet das, dass eine bessere Sammlung und Verwertung von Biomüll die Energiewende entscheidend vorantreiben könnte.

Das Tütle wird vollständig in Deutschland produziert und mit umweltfreundlicher Farbe bedruckt. Das gesamte CO2, das bei der Herstellung sowie Transport ensteht, wird durch Aufforstungsprojekte ausgeglichen. Zudem wird für jede 1000ste hergestellte Papiertüte (NGO Plant for the Planet) ein Baum gepflanzt.

Aktuell stellt das Tütle in seiner schwäbischen Heimat sein Können unter Beweis. In Holzgerlingen(Ldkrs. Böblingen) ist in den letzten Monaten ein Pilotprojekt gestartet. Das Tütle hat hier Verbraucher, Einzelhandel, Stadt sowie Abfallwirtschaft unter einen Hut gebracht, und der Plastiktüte den Kampf angesagt. „Das Holzgerlinger Konzept, das sowohl Einweg-, als auch Mehrweglösungen beinhaltet, verbannt die Plastiktüten ganz ohne Gesetze aus dem Stadtbild“, so St. Krötz.

Alle Beiteiligten profitieren davon. Mehr als 30 Händler haben sich bereits dem Projekt angeschlossen und bieten ihrer Kundschaft das Tütle an. Aufgrund der großen Stückzahl die sie zusammen ordern, sind die Einkaufspreise günstig – und sie machen mit dem Tütle ihre Nachhaltigkeitsbemühungen offensichtlich. Der Kunde erhält eine umweltfreundliche Transport-/Biomülltüte in einem, die Abfallwirtschaft bekommt mehr Biomüll (muss weniger Bioplastik-Tüten aus der Kompostieranlage sammeln).

Eins steht trotz alledem fest - noch nachhaltiger als Papiertüten sind nun einmal Mehrweg-Taschen. Alledings kommt eine reine Mehrweg-Lösung für den Einzelhandel nicht in Frage – das Tütle als alternative Lösung zur Plastiktüte schon.

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