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Ein Kühlschrank ganz ohne Strom

17.11.2015 15:56

Kühlen durch Wärme - der Kühlschrank Coolar kann ganz ohne Strom kühlen. Diese Methode ist nicht nur umweltschonender, da Kühlschränke die häufigsten Haushaltsgeräte sind und somit zum Stromverbrauch beitragen – sie könnte auch in Entwicklungsländern sinnvoll sein.

Bereits seit 2012 wird an der Entwicklung eines stromlosen Kühlschranks gearbeitet (wird mit Warmwasser betrieben). Nun sollen zum Jahresende hin, die ersten 50 Modelle gebaut und ausgeliefert werden. Gegründet wurde das 8-köpfige Berliner Start-Up Unternehmen von Julia Römer. Schon in ihrer Masterarbeit spielte die Wirtschaftsingenieurin mit dem Gedanken eines stromlosen Kühlschranks.

Während ein handelsüblicher Kühlschrank Kühlmittel sowie Strom braucht, benötigt Coolar lediglich Wärme, die dann wiederum in Kälte umgewandelt wird. Auf diese Art und Weise könnten mindestens 60 % der anfallenden CO2-Emissionen sowie über 75 % der Betriebskosten eingespart werden. Ebenfalls würden schädliche Kälte-/Schmiermittel, sowie Batterien oder bewegliche Verschleißteile entfallen. Das würde die Langlebigkeit des Kühlschrankes fördern. Geht er doch einmal kaputt, muss er aber nicht als Sondermüll entsorgt werden.

So funktioniert der Kühlschrank: Jeder kennt den sogenannten Verdunstungskälteeffekt (angefeuchteter Finger in den Wind halten)- So geschieht es auch bei den Coolar-Kühlschränken. Im Innenraum verdunstet destilliertes Wasser und entzieht seiner Umgebung Energie in Form von Wärme. Doch damit noch nicht genug, Coolar nutzt zusätzlich den Adsorptionskälteeffekt, hierbei wird Kieselgel und Wasser in ein Unterdrucksystem gesetzt. Wasserdampf wird von den Kieselgel-Kügelchen aufgenommen, wobei diese Wärme abgeben, oder sie entziehen der Umgebung Wärme sobald sie trocknen. Somit wirkt das Kieselgel als chemische Wärmepumpe, wodurch das Kühlsystem ohne brummendes Kompressionsaggregat auskommt und so extrem langlebig arbeiten kann.

Der Coolar Kühlschrank könnte besonders in heißen, stromlosen Gebieten zum Einsatz kommen um beispielsweise Medikamente oder Lebensmittel zu kühlen. So eignet sich Coolar für medizinische Kühlschränke bei Entwicklungsorganisationen oder Gesundheitsbehörden in Asien und Afrika. Das Unternehmen arbeitet bereits mit der Organisation Ärzte ohne Grenzen zusammen. Aber auch für Industrieländer könnte der stromlose Kühlschrank von Interesse sein, gerade weil sich der Stromverbrauch damit verringern lässt.

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