• 06725 30 70 820 von 09.00Uhr - 15.00Uhr

Fair ist nicht immer Bio

15.05.2015 13:52

Nach den Äpfeln sind Bananen das Lieblingsobst der Deutschen - über 10 kg essen wir im Durchschnitt jährlich. Knapp 1,3 Mio. Tonnen der gelben Früchte werden jedes Jahr aus Kolumbien, Ecuador oder Costa Rica eingeführt. Deshalb ist es gerade bei Bananen so wichtig, ökologisch erzeugte und fair gehandelte Früchte zu kaufen.

Beinahe in allen subtropischen und tropischen Gebieten rund um den Äquator werden die Bananen, dem so genannten “Bananengürtel”, angebaut und ganzjährig geerntet. Ein Fünftel der etwa 100 Mio. geernteten Tonnen werden exportiert. Hierbei beherrschen Lateinamerika und die Karibik den Bananenhandel weltweit.

Der Bananenhandel begann 1899 durch die US-Firma “United Fruit Company” - heute “Chiquita”. Mit zwei weiteren Konzernen “Dole” und “Del Monte” beherrschen diese den Bananenanbau und -handel auf der ganzen Welt. Diese Handelsgesellschaften gründeten rießige Bananenplantagen, wofür Regenwälder abgeholzt und kleine Bauern vertrieben werden. Die Plantagenarbeiter erhalten niedrige Löhne und haben keine Rechte.

Die Fruchthandelskonzerne sind mittlerweile dazu übergegangen, die Bananen in zahlreichen Ländern nicht mehr auf eigenen Plantagen anzubauen. Sondern Unternehmen bewirtschaften die Plantagen und beliefern die Konzerne. Oftmals geben die Handelsriesen keine Zusagen zu Abnahmemengen, weshalb die Plantagenbetreiber das Risiko tragen, ihre Ernte nicht verkaufen zu können, ebenso wie die Ernteausfallgefahr durch Pflanzenkrankheiten. Um die in überdimensionalen Monokulturen angebaute Banane “Cavendish” vor Krankheiten zu schützen, kommen deshalb rießige Mengen an Pestiziden zum Einsatz.

Bei konventionell angebauten Bananen unterstützt man also die Großkonzerne und somit die niedrige Bezahlung der Landarbeiter und das Gesundheitsrisiko durch die Pestizide. Doch zum Glück gibt es nun fast überall auch fair gehandelte Bananen. Diese Bauern verkaufen ihre Bananen an Unternehmen aus dem Fairen Handel und erhalten hierfür den Mindestpreis, der ihre Produktions- und Lebenshaltungskosten abdeckt. Außerdem erhalten sie einen Fairtrade-Aufschlag, der zum Beispiel die Finanzierung zur Umstellung auf ökologische Landwirtschaft dient. Denn nicht jede Fairtrade-Banane ist auch bio. Hintergrund - die Mehrkosten zur Erfüllung der Bio-Standards können nicht alle Kleinbauern tragen. Sind sie aber ein Teil des Fairtrade-Systems, werden sie dabei gefördert, auf ökologische Standards umzustellen.

Erzeuger, Importeure sowie Händler von Fairtrade-Bananen sind bei der Fair Trade Labelling Organizations International gemeldet. Am Fairtrade-Siegel sind ihre Bananen zu erkennen. Zusätzlich tragen ökologisch angebaute Früchte das Bio-Siegel. Bananen mit dem BanaFair-Siegel stammen ausschließlich aus ökologischer Produktion. BanaFair kooperiert mit dem Kleinbauernverband UROCAL (Ecuador), der die Bio-Bananen direkt nach Europa exportiert.

Durch den Kauf von Fairtrade-Bananen aus ökologischer Erzeugung kann man einiges dazu beitragen, dass die Arbeits- sowie Lebensbedingung der Kleinbauern nachhaltig verbessert wird.

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.