• 06725 30 70 820 von 09.00Uhr - 15.00Uhr

Faire Produkte - aber bitte günstig

20.10.2015 14:52

Beinahe 50 Prozent der Deutschen glaubt, auf eine artgerechte Tierhaltung oder die faire Produktion von Kleidung Einfluss nehmen zu können. Doch auf das Kaufsverhalten hat das keine Wirkung.

Wir Bundesbürger fühlen uns für die Herstellungsbedingungen wie bei der Tierhaltung oder der Produktion von Kleidung mitverantwortlich. Das ergab eine Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung welche die "Welt am Sonntag" beauftragte. Über 45 % der Befragten antworteten, das dies "ganz sicher" oder "eher schon" der Fall sei. Dagegen glauben 11,7 % "sicher nicht", dass sie dazu beitragen können, z.B. ökologische Landwirtschaft zu fördern oder Kinderarbeit zu verhindern, Knapp 21 % denken "eher nicht". Die Restlichen sind unentschieden.

Vor allem junge Teilnehmer gaben ein Bekenntnis zum nachhaltigen Umgang mit Ressourcen ab. Die U-30-Jährigen beantworteten die Frage nach der Mitverantwortung für Produktionsbedingungen zu 54 % mit Ja. Bei den Ü-60-Jährigen waren es nur 39 %. Nennenswerte Unterschiede gab es auch regional. Während 48 % West-Deutschland eine Mitverantwortung bei sich sehen, sind es in in den östlichen Bundesländern nur 35 %.

Allerdings führt die gefühlte Mitverantwortung nicht dazu, dass die Kunden auch wirklich zu – den oftmals teureren, nachhaltig hergestellten Produkten greifen. Zwar sprechen sich nach wie vor (in Umfragen) 60 % der Verbraucher gegen Massentierhaltung aus. Doch der Bio-Fleisch-Marktanteil stagniert bei rund 2 %.

Ganz ähnlich sieht es auf dem Bio-Lebensmittelmarkt aus. Mit einem Anteil von knapp 5 Prozent ist "bio" immer noch ein Nischenmodell. In Deutschland stieg der Umsatz im letzten Jahr zwar um ca. 5 Prozent auf 7,9 Milliarden Euro. Jedoch am Gesamtmarkt gemessen ist das unbedeutend wenig.

Im internationalen Vergleich sind die Deutschen mit 86 Euro pro Kopf und Jahr für Bio-Nahrung nur Mittelklasse. Der Vergleichswert beträgt bei den Luxemburgern über 140 Euro, bei den Dänen knapp 160 und bei den Schweizern sogar fast 190 Euro.


Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.