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Falsche Preise bei Bio Produkten

06.07.2015 19:23

Whole Foods (Bio-Händler) hat Verbraucher im großen Stil in die Irre geführt. Der Eklat kratzt am Image und geht mitten in der Ankündigung zur eigenen Billigkette für Bio-Nahrungsmittel hoch.

Die Vorwürfe haben es in sich - so erklärten die Inspektoren der New Yorker Verbraucherschutzbehörde DCA :„Das ist der schlimmste Fall von Falschauszeichnung von Produkten, der uns jemals untergekommen ist“. Die Bio-Kette berechne ihrer Kundschaft gezielt überteuerte Preise bei abgepackten Waren von Nüssen über Shrimps bis zu frischen Fruchtsäften, heißt es weiter. Durch die Prüfer wurden 80 unterschiedliche Produktkategorien in verschiedenen Geschäften getestet. Einiges war 90 Cent zu teuer, anderes hatte einen Aufschlag von 15 $. Alle Vorwürfe eines beabsichtigten Vorgehens wies Whole Foods zurück.

Doch dann räumten die Co-Vorstandschefs "Fehler" ein, sprachen aber unverändert von unbeabsichtigten Einzelfällen und beschuldigten einzelne Angestellte. Solche Fehler könnten passieren, bei manueller Arbeit. Der Schaden allerdings war längst geschehen. Zornige Verbraucher stürmten dessen Facebook-Seite und machten ihrem Frust auf Twitter Luft. Late Night-Talkshows spotteten über die Bio-Händler mit dem Spitznamen "Whole Paycheck"(hier wirst du deinen ganzen Monatslohn los). Der US-Pionier der Bio-Food-Bewegung zeichnete sich lange durch starkes Wachstum und hohe Renditen aus. Hier einzukaufen gilt als Statussymbol der Neureichen. In ganz Amerika gibt es aktuell 420 Filialen und 1200 sollen es werden.

Bio-Lebensmittel haben jedoch längst den Massenmarkt erobert und mit dem Eintritt starker Wettbewerber aus dem Billigmarkt-Bereich wie beispielsweise Walmart wurde das Hochpreis-Image immer mehr zum Problem. Durch die aktuellen Geschehnissen wurde alles noch schlimmer. So sollen z.B. Hühnerfleischpackungen 9,99 Dollar gekostet haben, obwohl durchschnittlich nur für 5,87 Dollar Fleisch abgepackt war.

Denkbar ungünstiges Timeing: Im Mai gab es eine Ankündigung über eine Billigkette mit dem Namen "365 by Whole Food Markets". Anfang 2016 sollen die ersten Läden eröffnen und ein Gegenpol zu Wettbewerbern wie Trader Joe's (Aldi-Tochter) bilden. In den USA gilt Trader Joe's als die preiswerte Alternative für Bio-Lebensmittel. "Über Jahre waren wir die Gejagten", erklärt Co-Vorstandschef Walter Robb. "Jetzt werden wir wieder die Jäger."

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