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Glückliche Bio-Hennen?!

21.05.2015 15:28

Bio-Hennen geht es auch nicht bessser - da ist Foodwatch sich sicher. Die wenigsten Hennen in Deutschland werden artgerecht gehalten - Federpicken und Kannibalismus seien keine Seltenkeit. Bio-Betriebe seien davon genauso betroffen.

Trotz des bestehenden Verbots von Legebatterien werden unzählige Hennen, laut einem Foodwatch-Report, nicht artgerecht gehalten. Die auf Hochleistung gezüchteten Hühner seien anfällig auf Krankheiten und oftmals verhaltensgestört. Missstände kommen aber auch in Bio-Betrieben vor. Denn ob die Hennen gesund sind, hängt nicht unmittelbar von der Haltungsform oder der Betriebsgröße ab. Foodwatch kritisiert auch das Schnabelkürzen scharf. Dies sei in der Hennen-Haltung nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Der Eingriff soll verhindern, dass sich die Hühner gegenseitig durch aggressives Picken verletzen. Zwar gibt es diese Methode in der Öko-Haltung nicht – doch umso schlimmer sind dort die Probleme durch verhaltensgestörte Tiere.

Studien einiger Universitäten zeigen zudem, dass ungefähr jede 2. Henne Brustbeinschäden habe. Da die Legeleistung von zu Beginn 27 Eiern im Monat rasch nachlasse, würden die Hennen gewöhnlich schon nach einer Legeperiode geschlachtet. Viele Tiere (6-18%) seien in so miserabeler Verfassung, dass sie diesen Zeitpunkt bereits nicht mehr erlebten.

Aus diesem Grund fordert Foodwatch gesetzliche Vorgaben und Kontrollen der Betriebe. Gefiederzustand, Kammfarbe, Parasitenbefall und Sterblichkeitsrate müssten so erfasst und alle Ergebnisse veröffentlicht werden. Das würde Transparenz vom Hersteller bishin zum Handel schaffen und den Anreiz für die Betriebe, sich an die Vorgaben zu halten vergrößern. Bei dauerhaften Verstößen, dürfen nach den Vorstellungen von Foodwatch, diese Eier nicht verkauft werden und/oder schlimmstenfalls wird die Lizenz entzogen.

Laut Bundesagrarministeriums gab es Ende 2013 circa 38,4 Mio. Legehennen. Die meisten Stallkapazitäten (60%) gab es in der konventionellen Bodenhaltung. Öko-Betriebe hatten 8,3 % der Plätze.

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