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Katastrophe für die Umwelt - Kaffeekapseln

10.07.2015 17:54

Besorgnis erregender Trend - knapp 2,5 Milliarden Kaffeekapseln wurden 2014 deutschlandweit verbraucht. Leider ist nicht nur der Absatz enorm - sondern der Müllberg, der durch die kleinen Aluminiumbehälter entsteht, ebenfalls. Wie bedenklich dieser Kaffeetrend ist, verrät J. Resch (Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe). Er rät - Finger weg von den Kapseln.

Die Kaffee-Kapseln sind für den Umweltexperten das Symbol für unsere Wegwerfgesellschaft: "Das Verhältnis zwischen Verpackung und Kaffee ist völlig unverhältnismäßig", so Resch. "Auf sechs Gramm Kaffee kommen bis zu drei Gramm Aluminium- und Plastikmüll." Generell tendiert die Nahrungsmittelindustrie dahin, Ware in immer kleinere Verpackungen zu portionieren. Die Kapseln sind nur ein Beispiel. "Neben dem enormen Ressourcenverbrauch, der durch die Kapseln und ihre Umverpackung entsteht, gehen im Zuge der Herstellung auch wertvolle Rohstoffe verloren. Das ist ein echtes Problem", Resch weiter.

Recycling? Fehlanzeige! Jeder der glaubt, die Kapseln landen im Wiederverwertungskreislauf, nur weil sie in die Wertstofftonne kommen, irrt sich. In Deutschland findet keine Trennung von feuchtem Kaffeepulver und Aluminium- bzw. Plastikkapsel statt, der Großteil wandert in die Verbrennung. Denn anders als z.B. in der Schweiz fehlt Deutschland ein gesondertes Erfassungssystem für benutzte Kaffeekapseln. "Eigentlich müsste vor dem Recycling des Aluminiums oder Kunststoffs das feuchte Kaffeemehl aus der Kapsel entnommen und dem Biomüll zugeführt werden", erklärt der Umweltexperte. Doch das ist nicht der Fall. "So werden wertvolle Ressourcen verschwendet, während dem Verbraucher vorgegaukelt wird, es bestehe ein funktionierender Recyclingprozess. Das ist ganz klar Verbrauchertäuschung."

Greifen immer mehr Kaffeetrinker zu den Kapseln, umso mehr spitzt sich das Müllproblem zu. Würde man die Gesamtmenge an verkauftem Kaffee in Kapseln anstatt in 500 gr. Verpackungen verkaufen, entstünden Schätzungsweise über 150.000 Tonnen zusätzlicher Plastik- bzw. Aluminiumabfall. "Besonders absurd ist die Verwendung von Aluminium bei den Nespresso-Kapseln. Hier entstehen pro Kilogramm Kaffeemehl 200 Gramm Aluminiumabfall", nennt der Experte als Beispiel.

Umweltschützer stehen der Aluminium-Herstellung besonders skeptisch gegenüber, da die Produktion rießige Mengen an Rohstoffen sowie Energie verbraucht. Unter anderem werden zum Abbau des Alu-Vorstoffs Regenwälder gerodet und beachtliche Landstriche zur Energiegewinnung durch Staudäumme unter Wasser gesetzt. Außerdem fallen bei der Erzegung umweltschädliche Abfallprodukte an.

Die Kapseln haben noch andere Nachteile - vergleichsweise zu Großpackungen sind sie um ein Vielfaches teurer. Allerdings belasten die Kapseln nicht nur den Geldbeutel, zusätzlich sind die Auswirkungen auf die Gesundheit noch nicht geklärt.

"Heißes Wasser wird mit einem sehr hohen Druck durch die Kapseln gepresst. Dabei werden Chemikalien aus der Beschichtung beziehungsweise dem Material der Kapseln herausgelöst", so Resch wörtlich. "Leider ist eine Abschätzung der Risiken sehr schwierig, da die Industrie nicht bekannt macht, aus welchen Substanzen die Kunststoffkapseln zusammengesetzt beziehungsweise die Aluminiumkapseln beschichtet sind." Fazit: besser keine Kaffeekapseln verwenden. Lieber Kaffee in größeren Verpackungen kaufen und in den bekannten, bewährten Kaffeemaschinen zubereiten. Das schont die Umwelt und ist auch für die Gesundheit gut.

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