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Kennzeichnungspflicht für Fleisch

23.03.2015 19:12

"Geburtsurkunde" für Schnitzel und Co.- Ab April verlangt die EU genauere Angaben für Schweine, Geflügel sowie Schafe.

Aller Anfang war ein Skandal - BSE (Rinderwahnsinn), hat in den 80ern den Verbrauchern die Lust auf Rindfleisch ordentlich verdorben. Aufgrund der stattlichen Zahl an BSE-Fällen in Großbritannien haben einige Staaten ein Einfuhrverbot für englisches Rindfleisch verhängt.

Damals hatte die EU, um den massiven Rückgang von Verkauf an Rindfleisch in Europa entgegenzutreten, eine Kennzeichnungspflicht für Rind- und Kalbfleisch ins Leben gerufen. Dann ist jahrelang nichts geschehen. Wohl möglich hat der Trend zu vegetarischen Mahlzeiten und etliche Fleischskandale die Erweiterung der Kennzeichnungspflicht erleichtert. Denn ab April muss die Herkunft von Schweine-, Geflügel-, Schaf- und Ziegenfleisch dokumentiert werden.

Jedoch mit Einschränkungen. Bei Rind- und Kalbfleisch (verpackt oder unverpackt) sind 3 Angaben Pflicht - das Geburtsland, das Aufzuchtland sowie das Land in dem das Tier geschlachtet wurde. Dagegen muss bei Schweinen, Geflügel, Schaf und Ziege lediglich auf verpacktem Fleisch Angaben über das Aufzuchtland und das Land der Schlachtung vermerkt werden. Infos über das Geburtsland sind nicht notwendig. Bei unverpackten Fleischwaren – also beim Metzger – sind bei Schweinen, Geflügel, Schafen und Ziegen keine Angaben vorgeschrieben. Gleiches gilt für verarbeitete Lebensmittel wie etwa Würste und Fertiggerichte.

Aus diesem Grund muss auch in der Gastronomie nicht auf der Karte stehen, woher das Fleisch kommt, das serviert wird. Deutlich weiter ist beispielsweise die Schweiz, hier ist es selbstverständlich, dass der Gast Informationen erhält. Gleiches wird schon lange auch in Österreich gewünscht. Dann könnte der Gast feststellen, dass die Pute für sein Schnitzel eigentlich aus Brasilien kommt und das Wildgulasch aus Neuseeland. Vielleicht fällt dann die Entscheidung eher auf das steirische Brathähnchen.

Dem EU-Parlament liegt eine Initiative vor, welche die Kennzeichnungspflicht auch auf Fleisch in Fertigprodukten auszuweiten möchte. Bisdato hat das die Kommission mit Hinblick auf zusätzliche Kosten für die Verbraucher abgelehnt.


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