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Kostenlose Plastiktüten - ade!

29.10.2015 18:02

Dem Plastikmüll geht es an den Kragen - in Kürze sollen Kunden in Modegeschäften, Drogeriemärkten und Co. für Plastiktüten zahlen. Zunächst soll es kein Gesetz geben, es wird auf freiwillige Vereinbarungen gesetzt.

Da Europa zum Plastiktütenverbrauch eine Richtlinie erlassen hat, müssen nun die EU-Mitgliedsstaaten die Stückzahl der Tüten pro Kopf und Jahr minimieren. Auf max. 90 im Jahr 2019, danach auf höchstens 40 bis 2025. Aus diesem Grund muss auch der Handel in Deutschland reagieren – was nun in Form eines Entwurfs geschehen ist, der beim Bundesumweltministerium eingereicht wurde. Im Falle, das die Industrie nicht eigenständig eine Lösung findet, hat die Umweltministerin Hendricks angekündigt, ein Gesetz auf den Weg zu bringen. Mit dem Entwurf will der Handelsverband dem entgegen treten.

Laut Medienberichten, diskutieren der Handelsverband und das Umweltministerium aktuell darüber, wie viel die Plastiktüten zukünftig kosten sollen. Der sehe einen "angemessenen Beitrag" vor, so der HDE-Geschäftsführer Falk in der Wirtschaftswoche. Bisher gibt es aber keine Einigung auf eine einheitliche Gebühr. Außerdem gelte die neue Regelung nur für Einweg-Plastiktüten an der Kasse, nicht jedoch für die hauchdünnen Tüten, die beispielsweise in den Gemüseabteilungen angeboten werden.

Wir Deutschen verbrauchen 71 Plastiktüten pro Kopf/Jahr – weniger als die EU für 2019 vorschreibt, dennoch deutlich zu viele. Zwar verlangen zahlreiche Supermärkte eine Gebühr auf Plastiktüten, in vielen anderen Läden wie Baumärkten, Elektrofachgeschäfte, Drogeriemärkten oder Modegeschäften gibtes die Tüten nach wie vor gratis. Zukünftig sollen diese jedoch, ebenfalls Geld für ihre Einkaufstüten verlangen. Ausnahmen bestätigen die Regel - Verkaufsstellen wie z.B. Apotheken, Tankstellen und Bäckereien dürfen weiterhin kostenlose Tüten ausgeben.

Plastiktüten sind zwar nur einen Bruchteil des Plastikmülls der weltweit die Umwelt und insbesondere die Meere verschmutzt, doch sie zählen zu den Kunststoffprodukten, die man heutzutage am besten verringern sowie ersetzen kann. Eine Gebühr ist dafür ein Anreiz. Bereits seit langem schlagen Umweltverbände eine Abgabe auf Plastiktüten vor - so fordert die Deutsche Umwelthilfe etwa eine Gebühr von 0,22 Euro pro Tüte. Irland fungiert als Vorbild - seit dort 2007 eine Umweltsteuer (22 Cent/Plastikttüte) eingeführt wurde, sank der Verbrauch um 90 %.

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