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Meeresplastikmüll wird zu Sportartikeln

27.08.2015 14:19

Adidas-Produkte aus Plastikmüll - in Zukunft will der Sportartikelriese Produkte aus Meeresplastikmüll herstellen und springt somit auf den Upcycling-Zug auf.

Unsere Meere werden durch Plastikmüll verseucht – und immer häufiger versuchen Firmen, aus diesen Kunststoffabfällen neue Produkte herzustellen. So nun auch Adidas. Hierfür arbeitet der Turnschuhmacher mit der Organisation "Parley for the Oceans" zusammen. Gemeinsam möchte man bis 2016 herausfinden, wie man die Meeresplastikabfälle in adidas-Produkten verarbeiten kann. Bisher weiß man noch nicht, welche das konkret sein könnten.

Bereits seit geraumer Zeit bemüht sich der deutsche Sportartikelhersteller um Nachhaltigkeit. So möchte Adidas bis 2018 sämtliche adidas-Marken mit nachhaltig produzierter Baumwolle herstellen, schon jetzt spart das DryDye-Verfahren Wasser beim Färben, in einigen Produkten - leider aus Kunststoffen - werden schon recycelte Polyesterstoffe genutzt. Desweiteren arbeitet der Konzern an besseren Herstellungsprozessen und gehört der Fair Labor Association an.

Im Prinzip ist dies ein lobenswerter Schritt. Der überwiegende Plastikmüll im Meer stammt aus vereinfachter Haushaltsmüllentsorgung in Küstengebieten und es ist richtig, wenn er aus den Meeren gesfischt wird. Jedoch bleibt die Frage, ob das Upcycling denn überhaupt Sinn macht? Man benötigt Energie, um das Plastik einzusammeln, zu säubern, es zu Recyclingspzialisten zu bringen und dann weiter zu den Firmen, die es verarbeiten. Wieviel Öko bleibt da übrig ? Eben einzig die Reinigung der Meere.

Wesentlich besser wäre es natürlich, wenn erst gar kein Plastik in den Ozeanen landen würde. Also - auf Plastik im Alltag verzichten und Verpackung im Supermarkt vermeiden.

Außer Parley for the Oceans sagen auch andere Organisationen dem Plastikmüll im Meer den Kampf an, wie z.B. der NABU oder The Ocean Cleanup. Desweiteren verwendet der Reinigungsmittelhersteller Ecover teilweise Flaschen aus Meeresplastikabfällen. Auch die Idee, 3D-Drucker mit Plastik aus Meeresabfällen zu befüllen schwebt im Raum. Die Jeanskollektion Raw for the Oceans benutzt ebenfalls Meeresplastikmüll.


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