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Mit der Bio-Zahnbürste die Welt retten

28.08.2015 12:30

Mit einer Zahnbürste die Welt retten - so die Idee zweier junger Männer die mit ihrer Zahnbürste aus nachwachsenden Rohstoffen den Plastikmüll verringern möchten. Ihre Idee bekam schon einen Preis, den Green Product Award.

Nur einmal die Welt retten, das hört sich ganz nach Superhelden an, doch wenn es nach den Firmengründern B. Beck und F. Ghoshal geht, kann jeder von uns ein bisschen Held sein - vorm heimischen Waschbecken, einzig mit einer Zahnbürste.

Tio – so der Firmennamen – hat das nötige Werkzeug für diese Rettungsaktion entwickelt. Die Zahnbürste soll kein herkömmliches Modell sein, sondern ihren Teil zur Weltverbesserung beisteuern. Denn sie setzt sich komplett aus nachwachsendem und recycelbarem Biokunststoff zusammen. Im Urlaub fiel den Gründern auf, dass Biokunststoff bisher nur in Verpackungsmaterialien zum Einsatz kommt. „Dabei ist das ein hervorragender Werkstoff“, so Beck. Jedes Jahr verbrauchen allein die Deutschen knapp 190 Mio. Zahnbürsten. Falls sie nicht als Fugenreiniger umfunktioniert werden, landen sie im Durchschnitt nach 3 Monaten im Müll. Natürlich lässt sich die Welt nicht alleine mit einer Zahnbürste retten. Allerdings ist Beck davon überzeugt, dass viele kleine Schritte dazu führen können. Und die Tio-Zahnbürste soll einer davon sein.

Um den Wegwerfanteil in dem Produkt zu reduzieren, sind Kopf und Hals der Bürste austauschbar. Dies hält Beck für einen Vorteil gegenüber den Zahnbürsten, bei denen nur der Kopf ausgetauscht werden kann. Denn früher oder später sei auch der Bürstenhals so verschrammt, "dass der Kunde nicht mehr das Gefühl hat, ein neues Produkt in der Hand zu halten".

Beim Kauf ist dieser "Hygienebereich" mit einer Schutzkappe verpackt, welche auch als Reisehülle genutzt werden kann. Außerdem wird bei der Produktion auf giftige Weichmacher verzichtet. Die Zahnbürste soll aber nicht nur im Hinblick auf die Umweltverträglichkeit punkten, sondern auch beim Putzen überzeugen. Deshalb wurde der Rat von einem Experten eingeholt. So konnte Prof. S. Zimmer (Leiter des Departments für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Universität Witten/Herdecke) mit ins Boot geholt werden.

Logischerweise möchten die Zwei irgendwann einmal Geld mit der ökologisch korrekten Zahnbürste verdienen. Das Problem ist aber, dass nachhaltige Produkte oftmals teurer als Wegwerfartikel sind. Die Bürste soll 4 Euro kosten. Allerdings achten die Verbraucher verstärkt auf Nachhaltigkeit, so legen 53 % bei Lebensmitteln Wert auf nachhaltige Erzeugung. Viele Menschen können zwar mit dem Begriff "Nachhaltigkeit" nichts Konkretes anfangen, trotzdem wird immer mehr auf Bio- oder Fairtrade-Siegel oder Regionalität sowie Müllvermeidung geachtet.

Die Zahnbürste soll es ab November online zu kaufen geben, später dann auch im Laden - der Rettung der Welt ein Stückchen näher.

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