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Naturkosmetik auf Erfolgskurs

04.02.2016 18:03

Jugendlich aussehen will jeder - für die Kosmetikbranche sind deshalb Cremes und Salben ein Milliardengeschäft. Bei Firmen die auf Naturkosmetik setzen - brummt das Geschäft - der Öko-Touch ist im Aufwind.

Schönheit liegt ja bekanntlich im Auge des Betrachters - bei dem alpinen Gewächs Speick (10 cm hoch, kleine weiße Blüten) muss man wohl auch 2-mal hinsehen. Und getrocknet sieht es aus, wie trockene Pflanzen eben aussehen - braun und brüchig. Eigentlich nicht nennenswert - gäbe es da nicht die Naturkosmetik, in welcher das Pflänzchen einen beachtlichen Erfolg feiert. Die Firma Speick Naturkosmetik (Leinfelden-Echterdingen) bietet Cremes, Duschgels und Co. mit Stoffen aus eben jener Pflanze an.

Ein Umsatzplus von rund 10 % verzeichnet die Naturkosmetikbranche, zu der auch Weleda und Wala mit seiner Marke Dr. Hauschka gehören. "Es läuft sehr gut", so der Speick-Chef. Die Branche trifft sich zur Naturkosmetik-Messe Vivaness in Nürnberg (10./13. Februar), dank der guten Zahlen dürfte dort gute Stimmung herrschen.

Alles in allem bringen in Deutschland Naturkosmetika sowie Pflegeprodukte über eine Milliarde Euro Umsatz. Somit kommt die ehemalige Öko-Nische auf knapp ein Zehntel der kompletten Kosmetikerlöse. Dagegen wachsen die konventionellen Konkurrenten deutlich langsamer. "Naturkosmetik hat sich vom Nischenprodukt zum konsequenten Markttreiber entwickelt", erklärt S. Kästner von Laverana. Sogar die eher nüchternen Experten der Gesellschaft für Konsumforschung geraten ins Schwärmen: "Insbesondere die Umsätze der Naturkosmetik sprießen wie eine Blumenwiese im warmen Frühjahr."

Einen Grund dafür sieht der Speick-Chef im Bewusstseinswandel der Verbraucher. "Bisher waren wir preisorientiert erzogen und nicht werteorientiert - das ändert sich allmählich". Gesichtspunkte der Nachhaltigkeit spielten eine größere Rolle im Konsum. "Die Verbraucher wollen wissen, ob das, was sie da auf ihre Haut tun, unter würdigen Bedingungen hergestellt wurde oder ob das nachwachsende Rohstoffe sind."

Das Rohstoff-Thema ist nicht ohne Probleme. Zwar setzen die Naturkosmetik-Firmen auf nachhaltigen Anbau unter fairen Arbeitsbedingungen. Allerdings ist der Rohstoffmarkt hart umkämpft - da etwa Rosenöl, Granatapfel-Öl oder Shea-Butter knapper und somit teurer werden, so die Worte der Branchenexpertin E. Dambacher.Preislich liegen Speick, Lavera oder auch Sante in der Mittelklasse - so kosten z.B. Shampoos oder Duschcremes rund 4 Euro, also doppelt so viel wie herkömmliche Massenware.

Früher hat der Ökoaktivist klassische Biomarkt-Produkte gekauft - das hat sich geändert, betonen Branchenvertreter. Die Biokäufer der 80er Jahre wollten die Welt retten - heute wollen die Menschen dabei etwas für ihre Gesundheit tun und noch gut aussehen. Naturkosmetik ist eben auch ein "Lifestyle-Faktor". Die Zeiten wiederbefüllbarer Creme-Gläser im Biomarkt sind vorbei(leider), man ist angekommen in den Supermarkt-Regalen und Drogerieketten - wodurch es auch etwas beliebiger geworden ist. Wie die konventionellen Konkurrenten setzt die Naturkosmetik-Branche auch auf Plastik-Verpackungen, wodurch mehr Kunststoffmüll anfällt. Alleine aus hygienischer Sicht sei das unvermeidlich. Außerdem wollten die Verbraucher praktische, leichte Verpackungen.

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