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Öko-Asphalt aus Müll

08.09.2015 16:00

In Kürze könnten Italiens Müllprobleme Schnee von gestern sein, denn die Stadtverwaltung Roms will aus einem Teil des Mülls Straßenbelag herstellen. So könnten ungefähr 300.000 Tonnen Abfall - vermischt mit anderen Komponenten - umweltfreundlich Schlaglöcher ausbessern.

Die italienische Hauptstadt produziert jährlich 1,8 Millionen Tonnen Müll, jedoch wird nur knapp die Hälfte davon wirklich getrennt und recycelt. Generell enthält Hausmüll noch eine Menge wertvoller Stoffe. So betreibt in Berlin beispielsweise die Stadtreinigung eine Biogasanlage und stellt aus den organischen Abfällen Methan und Wasserstoff her, mit dem der eigene Fuhrpark betankt werden. Auch Rom möchte etwas Sinnvolles aus dem Abfall machen. Deshalb entwickeln Roms Abfallbetriebe Ama einen sogenannten Öko-Asphalt.

Hierbei wird der Restmüll in Spezial-Anlagen sortiert - die organischen Bestandteile werden herausgefiltert und mit anderen Baumaterialien, wie Asche vermischt. Den Erfindern zufolge entstehen keine Schadstoffe. Dadurch können Rohstoffe wie Steine und erdölhaltige Stoffe wie Bitumen eingespart werden. "Die Idee des Öko-Asphalts ist einfach Abfall zu verwandeln in ein verwertbares Produkt“, erklärt Ama-Chef A. Philippi. Und ganz nebenbei könnte es Rom von seinen Müllbergen befreien, die in diesem Sommer dank eines Müll-Mafiaskandals wieder angewachsen sind.

Dadurch würden die überfüllten Müllkippen entlastet und die Umwelt wird gleichzeitig geschont - ein vielversprechendes Konzept, wenn es sich tatsächlich großflächig zum Einsatz kommt. Der Öko-Asphalt könnte als Untergrund eingesetzt werden. Andere Länder wollen ihren Müll ebenfalls für den Straßenbau recyceln - bisher halten die Italiener ihr Verfahren aber für das einfachste. So hofft Rom nächstes Jahr mit der Erfindung auf den Markt gehen zu können, durch das Patent könnte sogar zusätzliches Geld in die Kassen gespült werden.


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