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Öko-Bikini soll die Meere reinigen

16.10.2015 15:47

Die Idee für einen Bikini, der Öl und Chemikalien aus dem Wasser wie ein Schwamm aufsaugt, stammt (wie sollte es anders sein) aus Kalifornien. Der Spongesuit hat sogar den 1. Platz in einem Wettbewerb für tragbare Technologien gewonnen.

Hier wird nicht nur die Damenwelt angesprochen, sondern auch die Männer, denn sie haben mit dem neuen Spongesuit etwas fürs Auge. Ganz aktuell geht es hier um einen Bikini, der Schlagzeilen macht. Ganz nach der Devise - Sex sells - auch in der Wissenschaft. Mit ihm macht die ökobewusste Schwimmerineine gute Figur und trägt dazu auch noch bei, die Weltmeere bei jedem Schwimmzug ein bisschen sauberer zu machen. Denn das Material des Bikinis ist auf der einen Seite extrem wasserabweisend und auf der anderen Seite saugt er Öl und Giftstoffe wie ein Schwamm auf. Einzigartig - das Material kann das 25-fache seines Gewichtes aufsaugen.

Tatsächlich scheint das Material eine bemerkenswerte Entwicklung zu sein. Mihri Ozkan und ihr Mann Cengiz Ozkan, beide Elektroingenieure am Bourns College of Engineering der University of California, haben 4 Jahre lang an der Entwicklung geforscht. Das Material besteht aus hocherhitzter Saccharose, also Zuckerkristallen. Das Material sei weder umweltschädlich noch sehr kostspielig in der Herstellung, so die Entwickler. Es sauge alles - außer Wasser - auf wie ein Schwamm und könne bis zum 25-fachen des eigenen Gewichtes an wasserverunreinigenden Substanzen binden. Die aufgesaugten Chemikalien werden erst wieder freigesetzt, wenn es auf über 1000 Grad erhitzt werde. Der Bikini sei 20 Mal wiederverwendbar.

Ursprünglich war das Material entwickelt worden, um es bei Aufräumarbeiten nach Öl-Verschmutzungen oder Chemie-Unfällen zu verwenden. Dann aber hatte das Architektur-/Designbüro Eray Carbajo die Idee des High-Tech-Bikinis, der für deutlich mehr Interesse sorgt.

Das Bikini-Oberteil (trägerlos) besteht aus einem 3D-gedruckten Geflecht aus einem flexiblen, aber stabilen Kunststoff. Dort hinein werden die Öko-Einlagen gegeben und die Schwimmerin kann losschwimmen und die Ozeane ein bisschen säubern. Bleibt nur die Frage wer ein derartiges Badeoutfit tragen möchte? „Spongesuit will das Schwimmerlebnis zu einer umweltfreundlichen Aktivität machen und dabei helfen, die Meere zu säubern, mit jedem Zug“, erläutern die Hersteller. Ökologisch korrektes Schwimmen - sicher eine tolle Sache, aber auch realistisch? Abgesehen davon – wer möchte Öl und giftige Chemikalien auf diese Art und Weise einsammeln? Zwar versichern die Ozkans, dass die Substanzen fest in den Zuckerkristallen eingeschlossen sein würden und keinesfalls in Hautkontakt kämen. Doch bliebe da nicht ein ungutes Gefühl, als Giftmüllsammelstation aus dem Wasser zu steigen?

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