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Ökolabel für Haushaltsgeräte

22.07.2015 18:24

Haushaltsgeräte sollen neue Ökolabel bekommen, da sie zu unverständlich und kompliziert seien. In Zukunft soll einfacher erkennbar sein, welches Elektrogerät sparsam ist.

Die EU-Kommission hat vor, das EU-Ökolabel von grundauf zu reformieren. Die Effizienz-Skala von Haushaltsgeräten soll wie anfänglich nur noch von "G" für das ineffizienteste bis "A" für das effizienteste Gerät reichen. So ein Verordnungsvorschlag, den der EU-Energiekommissar Miguel Arias Cañete in Brüssel offiziell vorstellen will. Dieser Vorschlag liegt der Frankfurter Allgemeine Zeitung schriftlich vor. Die aktuellen Effizienzklassen "A+" bis "A+++" werden nach einer Übergangszeit von 0,5 Jahren wegfallen. In diesem Zeitraum soll sowohl die alte als auch die neue Einstufung des Geräts im Geschäft gleichzeitig angezeigt werden - zur Vorbereitung der Verbraucher auf die Umstellung.

Mit ihrem Vorhaben reagiert die EU-Kommission darauf, dass die Haushaltsgeräte in den letzten Jahren immer effizienter geworden sind. Bereits seit Jahren werden in der EU keine Waschmaschinen, Spülmaschinen und Co. mehr verkauft, die nicht mindestens der Effizienzklasse A angehören. Bei den übrigen Elektrogeräten sieht es ähnlich aus. Die Buchstaben "B" bis "G" sind auf der Skala faktisch nicht mehr nötigt. Stattdessen prüsten sich die meisten Elektrogeräte mit den Klassen "A+", "A++" oder "A+++". Die EU-Ökokennzeichen auf den Geräten haben damit nach Ansicht der Kommission ihre Bedeutung weitgehend verloren. Zahlreichen Verbrauchern sei nicht bewußt, dass der Unterschied zwischen "A+" und "A+++" genauso groß sei wie zwischen "C" und "A", so die Begründung für die neue Ökolabel-Verordnung.

Deshalb werden nach der Neueinstufung aus der bisherigen Klasse "A" mindestens die Klasse "D" werden. "A+" wird zu "C", "A++" zu "B" und "A+++" zu "A". Je nachdem, welche Maßstäbe bei der Neueinstufung der Haushaltsgeräte gelegt werden, könnten diese auch in eine schlechtere Klasse rutschen. Letztendlich sei es auch Ziel des Vorhabens, neue Impulse für die Hersteller zu schaffen, noch effizientere Geräte zu entwickeln um den Energieverbrauch weiter zu senken, so die Kommission.

Lob kommt auch aus dem EU-Parlament, das seit Jahren auf eine Reform des Ökolabels dringt. „Eigentlich sollte das Label den Kauf von energieeffizienten Produkten erleichtern und beim Stromsparen helfen, heute verwirrt es nur noch, ist irreführend, widersprüchlich und längst überholt“, erklärt eine SPD-Europaabgeordnete. Ihrer Meinung nach, sollten nach der Neueinstufung zunächst kein Gerät in die beiden obersten Klasse "A" und "B" eingeordnet werden. Von dem CDU-Abgeordnete H. Reul gab es Kritik - es käme durch die Umstellung zu einem Mehraufwand für Hersteller sowie Händler. Die Neufassung sei überflüssig. Man könne die Einstufung von Geräten auch Schritt für Schritt im Rahmen der bestehenden Regeln ändern.

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