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Obi und Co. sagen "Nein danke" zu Glyphosat

22.09.2015 17:40

Hobby-/Gärtner möchten keine gefährlichen Gifte mehr auf ihre Garten- oder Balkonpflanzen sprühen. Einer Greenpeace-Umfrage zufolge nehmen nun auch erste Baumärkte diese problematischen Unkrautvernichtungsmittel aus ihrem Sortiment.

Demnach wollen die Baumärkte Bauhaus, Globus, Hornbach, Obi sowie Toom das fragwürdige Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat aus ihren Regalen verbannen. Außerdem schränken die Händler bei bienengefährdenden Pestiziden das Angebot zum Teil ein. So die aktuelle Greenpeace-Umfrage bei 8 deutschen Bau- und Gartenmarktketten. „Die Baumärkte erkennen, dass sie mitverantwortlich dafür sind, ob gefährliche Gifte in Gärten und auf Balkone gelangen“, erklärt Ch. Huxdorff (Landwirtschaftsexpertin) von Greenpeace. „Die Bau- und Gartenmärkte müssen dieses Problem weiter konsequent angehen und giftige Produkte aus den Regalen grundsätzlich verbannen.“

Weltweit ist Glyphosat der meistgenutzte Wirkstoff in Unkrautvernichtungsmitteln. Monsanto (US-Konzern), der das Mittel entwickelte, bringt bis dato Glyphosat-Herbizide unter dem Markennamen "Roundup" auf den Markt. In diesem Juli stufte die Weltgesundheitsorganisation Glyphosat als "wahrscheinlich krebserregend" ein - was für Aufsehen sorgte. "So lange die Gesundheitsrisiken von Glyphosat unklar sind, muss das Vorsorgeprinzip gelten", so Huxdorff weiter und verlangt, dass Ware, bei deren Nutzung Personen mit Glyphosat sehr wahrscheinlich in unmittelbaren Kontakt kommen, überall sofort ausgelistet werden. "Auch Dehner, Hagebau usw. sollten auf den umstrittenen Wirkstoff verzichten." Zudem ergab die Greenpeace-Umfrage, dass Bauhaus, Obi sowie Toom auch auf die für Bienen schädlichen Pestizide mit dem fragwürdigen Wirkstoff Thiacloprid verzichten. Jedoch bleiben Mittel mit dem ebenfalls für Bienen schädlichen Neonicotinoid Acetamiprid aktuell bei allen Unternehmen im Sortiment.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit stuft rund 10% aller Pflanzenschutzmittel als "bienengefährlich" ein. In der Gebrauchsanleitung sind diese Produkte entsprechend mit "B1" gekennzeichnet. Alle Baumärkte verkaufen diese sogenannten B1-Wirkstoffe nicht. Doch auch Mittel der Kategorie B3, können durch falsche Anwendung Bienen gefährden. Greenpeace zufolge ist Globus der einzige Markt, der auf alle B3-Stoffe verzichten wird. Bei der Aufzucht von Zierpflanzen sind die Bau- und Gartenmärkte bemüht, 7 bienengefährdende Wirkstoffe wegzulassen - dafür stehen sie mit ihren Lieferanten in Verhandlung.


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