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Recycling-Jeans bei H&M

04.09.2015 17:55

H&M führt ab sofort eine neue Recycling-Kollektion ein. Zum Teil bestehen die Jeans-Produkte aus wiederaufbereiteter Baumwolle.

Die Modekette sammelt seit knapp 2 Jahren die Altkleider seiner Kunden, um sie wiederzuverwerten – bis dato etwa 18.000 Tonnen. Jetzt unternimmt H&M den nächsten Schritt und bringt die 1. Kollektion aus recycelten Textilien auf den Markt. Ziel ist es, einen geschlossenen Kreislauf für Textilien zu schaffen, d.h. gebrauchte Kleidung soll zu neuer verarbeitet werden. "Das wird nicht nur Textilabfälle minimieren, sondern auch den Bedarf an neuen Ressourcen sowie andere Einflüsse der Mode auf unseren Planeten deutlich reduzieren“, so das Unternehmen.

Die Recycling-Kollektion besteht aus 16 Jeans-Teilen - unterschiedlichen Hosen, Jacken sowie Hemden für Damen, Herren und Kids. Die Kleidungsstücke setzen sich aus einer Kombination aus Recycling- und Bio-Baumwolle zusammen, wobei der Anteil recycelter Baumwolle aktuell bei "nur" 20% liegt. H&M zufolge ist mehr, ohne Qualitätsverlust noch nicht machbar. Allerdings investiert die Modekette in neue Technologien, um den Recycling-Anteil zukünftig zu erhöhen. Auf lange Sicht wolle man die Zahl an Kleidungsstücken mit mindestens 20% Recycling-Anteil zu 2014 vergleichsweise verdreifachen.

Greenpeace Textilexpertin K. Brodde findet gleichzeitig Lob sowie Kritik an dem Engagement von H&M - die Bemühung, einen Recycling-Kreislauf zu etablieren sei wichtig, die grundsätzliche Ausrichtung des Unternehmens auf kurzlebige Mode jedoch weiterhin problematisch, außerdem dürfe Recycling "keine Möglichkeit sein, Fasern, die mit giftigen Chemikalien traktiert wurden, nachträglich zu adeln," so Brodde weiter.

Geht solch ein Riesenkonzern einen kleinen Schritt in Richtung Nachhaltigkeit kann dies schon einiges bewirken. Grundsätzlich ist das Engagement für einen geschlossenen Textilkreislauf sowie die Vorstellung von Recycling-Kollektion begrüßenswert. Dennoch wird H&M dadurch noch nicht zu einem nachhaltigen Unternehmen. Denn die Fast Fashion, kurzlebige Trends und Massenproduktion billiger Textilien kann weder unter ökologischen noch unter sozialen Gesichtspunkten nachhaltig sein. Die neue Kollektion ist für H&M-Kunden eine Möglichkeit etwas "bessere" Produkte zu kaufen.

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