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Trotz Bio nicht kompostierbar

07.09.2015 13:56

Nach wie vor gibt es für den Begriff "Bio-Kunststoff" keine eindeutige Definition. Einerseits bezeichnet er ein Material, welches aus nachwachsenden Rohstoffen produziert wurde. Nicht gesagt wird, ob dieses vollständig oder nur teilweise sich daraus zusammensetzt. Ebenso wird der Begriff für biologisch abbaubare Produkte genutzt. Was wiederum nicht auf alle Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen zutrifft, dafür aber auch auf manche erdölbasierte Produkte.

Wirklich irritierend wird es, wenn mit dem Attribut "kompostierbar" etwas angepriesen wird. Diese Materialien würden auf dem Kompost mehrere Jahre brauchen, um sich zu zersetzten. In professionellen Kompostieranlagen sieht es genauso aus, auch hier reicht die vorgesehene Zeit nicht aus. Bio-Plastiktüten verrotten wesentlich langsamer als Grünabfälle und müssen deshalb mühevoll aussortiert werden. Da die Bio-Kunststoffe zur Wiederverwertung in Sortieranlagen noch nicht erkannt werden, haben diese auch nichts in der gelben Tonne zu suchen, sondern gehrören in den Restmüll.

Die Öko-Bilanz von Bio-Kunststoff ist genauso gut oder schlecht wie die von herkömmlichem Plastik. Der Energieaufwand zur Produktion ist hoch. Das könnte sich zukünftig allerdings ändern. Beispielsweise könnte das eintreten, wenn Bio-Kunststoffe für Mehrwegprodukte verwendet werden. Dann könnte der Kunststoff auch recycelt werden. Wobei aber der Marktanteil noch zu gering und der Erdölpreis zu niedrig ist, um wirtschaftlich von Interesse zu sein.

Sinnvoller ist es, statt Bio-Plastiktüten zu kaufen, einen Einkaufskorb oder Stofftaschen zu verwenden. Dagegen sind Kinderprodukte oder andere langlebige Gegenstände aus Bio-Kunststoffen heutzutage schon umweltfreundlicher als herkömmliche Kunststoffprodukte. Zumindest trifft das zu, wenn sie aus Agrarabfällen wie z.B. Sägespänen produziert werden.


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